Olivenöl für Haut und Gesicht: Wirkung, Anwendung – und wann besser nicht

Olivenöl für die Haut - Wirkung, Anwendung und Tipps - Extra Vergine - Olivenöl aus Kalabrien

Bei uns in Kalabrien steht Olivenöl nicht nur in der Küche. Viele ältere Kalabresen schwören darauf für rissige Hände nach der Olivenernte, für trockene Ellenbogen oder als Haarkur. Aber ist Olivenöl wirklich gut für die Haut – und darf es auch ins Gesicht? Die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Hauttyp und die Anwendung an. Hier erfährst du, wofür Olivenöl in der Hautpflege taugt und wann du es besser lässt.

Kurz gesagt

  • Gut geeignet für trockene, raue Körperstellen: Hände, Ellenbogen, Knie, Füße, Nagelhaut, Lippen.
  • Gut geeignet zum Abschminken und als Haarkur für trockene Haarspitzen.
  • Nur vorsichtig im Gesicht – bei trockener Haut punktuell ja, bei fettiger, unreiner oder zu Akne neigender Haut eher nicht.
  • Nicht geeignet als tägliche Ganzkörperpflege bei Neurodermitis, als Babypflege oder als Sonnenschutz.

Was steckt im Olivenöl?

Natives Olivenöl extra besteht zum größten Teil aus Ölsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure. Dazu kommen Squalen, das auch im hauteigenen Talg vorkommt, Vitamin E und Polyphenole. Diese Stoffe machen Olivenöl zu einem guten Rückfetter: Es legt sich auf die Haut, verringert den Feuchtigkeitsverlust und macht raue Stellen weich.

Genau die Ölsäure ist aber auch der Grund, warum Olivenöl nicht für jede Haut passt. In größeren Mengen und bei häufiger Anwendung kann sie die natürliche Schutzbarriere der Haut auflockern. Untersuchungen haben gezeigt, dass das besonders bei empfindlicher Haut und bei Neurodermitis ungünstig ist. Für eine störungsfreie Haut, die gelegentlich etwas Fett braucht, ist das dagegen kein Problem.

Olivenöl im Gesicht – ja oder nein?

Das ist die häufigste Frage – und hier lohnt es sich, genau hinzuschauen:

  • Trockene, reife Haut: Ein bis zwei Tropfen abends auf leicht feuchter Haut können Spannungsgefühle lindern. Am besten nur auf trockene Partien wie Wangen, nicht auf Stirn, Nase und Kinn.
  • Normale Haut: Gelegentlich als reichhaltige Pflege im Winter möglich, als tägliche Gesichtscreme eher zu schwer.
  • Fettige, unreine oder zu Akne neigende Haut: Lieber nicht. Olivenöl ist relativ schwer und kann Poren verstopfen und Unreinheiten fördern.
  • Empfindliche Haut, Rosazea, Neurodermitis: Besser verzichten oder vorher mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt sprechen.

Gut funktioniert Olivenöl im Gesicht als Abschminköl: Es löst auch wasserfestes Make-up und Mascara. Danach das Gesicht mit einem milden Reinigungsgel oder warmem Wasser und einem Waschlappen gründlich abwaschen, damit keine dicke Ölschicht auf der Haut bleibt.

So wendest du Olivenöl richtig an

Auf feuchter Haut statt auf trockener

Der wichtigste Tipp: Öl spendet selbst keine Feuchtigkeit, es hält sie nur in der Haut. Trage Olivenöl deshalb direkt nach dem Duschen oder Waschen auf die noch feuchte Haut auf und massiere es sanft ein. Auf staubtrockener Haut bleibt es nur als Film liegen.

Wenig ist mehr

Für beide Hände reichen ein paar Tropfen, für ein Bein ein halber Teelöffel. Überschüssiges Öl nach einigen Minuten mit einem Tuch abnehmen.

Bewährte Anwendungen aus Kalabrien

  • Rissige Hände: Abends einreiben, Baumwollhandschuhe darüber und über Nacht einwirken lassen.
  • Trockene Ellenbogen, Knie und Fersen: Mit etwas Zucker oder grobem Salz zu einem Peeling mischen, einmassieren und abwaschen.
  • Nagelhaut und Lippen: Ein Tropfen genügt, macht sie weich und geschmeidig.
  • Haarkur: Einen Esslöffel in die trockenen Spitzen einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen, dann gründlich ausspülen.
  • Badezusatz: Zwei Esslöffel ins warme Badewasser – Vorsicht, die Wanne wird rutschig.

Wann du lieber kein Olivenöl verwendest

  • Bei Neurodermitis und sehr empfindlicher Haut – hier sind andere Öle oder spezielle Pflegeprodukte besser geeignet.
  • Für Babys und Kleinkinder – Kinderärzte raten von Olivenöl als regelmäßiger Babyhautpflege ab.
  • Als Sonnenschutz oder zum Bräunen – Olivenöl schützt nicht vor UV-Strahlung. Wer sich damit in die Sonne legt, riskiert einen Sonnenbrand.
  • Auf offenen Wunden oder bei Hauterkrankungen – hier gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

Teste Olivenöl bei empfindlicher Haut immer zuerst an einer kleinen Stelle, zum Beispiel in der Armbeuge, und warte 24 Stunden ab.

Olivenöl oder Kokosöl für die Haut?

Beide sind beliebte Hausöle. Kokosöl ist bei Zimmertemperatur fest und zieht schneller ein, gilt aber im Gesicht als noch stärker porenverstopfend als Olivenöl. Olivenöl ist flüssig, reichhaltiger und enthält mehr Polyphenole und Vitamin E. Für trockene Körperstellen sind beide geeignet, für unreine Gesichtshaut keines von beiden.

Welches Olivenöl für die Haut?

Wenn Olivenöl, dann natives Olivenöl extra. Nur dieses Öl wird rein mechanisch und ohne Hitze gewonnen und enthält noch die wertvollen Polyphenole und das Vitamin E. Raffiniertes Olivenöl hat diese Stoffe größtenteils verloren. Für die Haut eignet sich ein mildes, fruchtiges Öl besser als ein sehr scharfes. Achte darauf, dass das Öl frisch ist und dunkel und kühl gelagert wird – ranziges Öl reizt die Haut. Wie du Olivenöl richtig aufbewahrst, liest du in unseren Tipps zur Lagerung von Olivenöl.

Unser Olivenöl aus Kalabrien kommt direkt von der Villa Annette und unseren Partnerhöfen am Pollino-Nationalpark – natives Olivenöl extra, handgepflückt und innerhalb weniger Stunden kalt extrahiert. Gemacht für die Küche, aber eine kleine Flasche im Badezimmer schadet auch nicht.

Häufige Fragen

Ist Olivenöl gut für die Haut?

Für trockene, raue Körperstellen ja: Es fettet rück und macht die Haut weich. Als tägliche Pflege für empfindliche Haut oder bei Neurodermitis ist es dagegen nicht zu empfehlen.

Kann man Olivenöl ins Gesicht auftragen?

Bei trockener Haut sparsam und punktuell ja, am besten abends auf leicht feuchter Haut. Bei fettiger, unreiner oder zu Akne neigender Haut besser nicht, da es Poren verstopfen kann. Als Abschminköl mit anschließender Reinigung eignet es sich für fast alle.

Hilft Olivenöl gegen Falten?

Olivenöl kann trockene Haut glatter und praller wirken lassen, weil es Feuchtigkeit in der Haut hält. Falten verschwinden dadurch aber nicht.

Kann man Olivenöl über Nacht im Gesicht lassen?

Bei sehr trockener Haut ist eine dünne Schicht auf den trockenen Partien möglich. Bei Mischhaut oder unreiner Haut solltest du darauf verzichten.

Kann man Olivenöl zum Bräunen verwenden?

Nein. Olivenöl enthält keinen nennenswerten UV-Schutz. Verwende in der Sonne immer eine Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Hauterkrankungen oder anhaltenden Hautproblemen wende dich bitte an eine Hautärztin oder einen Hautarzt.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar